Neuseeland

2005 – Dunedin – Lake Tekapo – Christchurch – Kaikoura – Picton – Wellington

16.01.2005 – Dunedin – Lake Tekapo

Und weiter ging die Reise (mit einem weinenden Auge) nach Lake Tekapo (Zwischenstopps: die steilste Straße der Welt mit 35% Steigung und die gespaltene Äpfel am Strand). Glücklicherweise dauerte die Busfahrt wieder nicht sehr lange und am späten Mittag waren wir schon dort und konnten noch etwas „unternehmen“, nämlich uns faul an den See legen! Ich habe mich sogar ins eisige Wasser getraut. Ach und bevor ich es vergesse zu erwähnen: Mone hatte heute einen wirklich schwarzen Tag. Kaum aus dem Bus draußen, legte sie sich Neuseeland zu Füßen und bremste mit den Knien. Autsch!! Es tat mir unheimlich leid, aber ich musste so lachen… Ich glaube das hat sie mir übel genommen.

Am frühen Abend sind wir wieder Richtung Mainstreet spaziert und in einer Pizzeria eingekehrt. Es gab Spaghetti *schmatz*. Den Abend haben wir – wie fast jeden Abend – mit einem schönen Kartenspiel ausklingen lassen.


17.01.2005 – Lake Tekapo – Christchurch

Vom Lake ging es weiter nach Christchurch, der englischen Stadt Neuseelands. Wider Erwarten war Christchurch eine richtig große Stadt! Ich hatte mal wieder eher mit einem verschlafenen Provinznest gerechnet.

Wir waren schon mittags dort und haben uns ins Getümmel der Stadt geworfen. Mit einer uralten Straßenbahn haben wir uns die tollsten Sehenswürdigkeiten angesehen (wir haben gleich 2 Runden gedreht…) und sind dann im Botanischen Garten ausgestiegen. Gleich nebenan haben sie eine Highschool zu einem kleinen Einkaufszentrum umfunktioniert mit vielen kleinen Geschäften. Darunter waren auch viele Künstler, die dort ihre Werke ausstellten. Mone und ich waren fasziniert und haben uns dort sehr lange aufgehalten. Ich habe sogar ein Geschenk für Uwe gefunden, einige ausgewählte Briefmarken mit Herr der Ringe Motiven. Ich hoffe er freut sich darüber. Außerdem machten wir weitere Beute: selbstgemachte Schokolade! Danach ging es noch einmal in den botanischen Garten, mit der Schokolade. Wir haben uns hingesetzt, die Schoki verschlungen und haben die Enten beobachtet. Mit der Bahn ging es zurück und unsere Erfahrung mit einem „griechischen“ Imbiss lasse ich mal lieber unter den Tisch fallen. Ich sage nur mal so viel: Finger davon lassen!


18.01.2005 – Christchurch – Kaikoura

Langsam nähert sich unsere Reise im Süden dem Ende… Unser nächster Weg führt uns nach Kaikoura, der Stadt der Wale. Dieses Mal  habe ich eine Stadt erwartet und ein „Nest“ hat uns empfangen. Ich glaube es macht in Neuseeland wenig Sinn etwas zu erwarten, denn das Land überrascht einen doch immer wieder. Außer der Hauptstraße, die am Meer entlang führt, gibt es hier nicht sehr viel.

Die Busfahrt dauerte wieder nur bis zum Mittag und wir haben uns zu einem Bummel über die Mainstreet entschlossen. Mone hatte soooo Hunger auf eine Fischplatte, dass wir uns ein Restaurant gesucht haben, in dem Crayfish gab. Crayfish (Languste) scheint hier eine Spezialität zu sein, denn in vielen Restaurants wurden sie groß angepriesen.

Uns wurde eine riesige Platte mit Shrimps, Muscheln und dem Crayfish serviert. Es war natürlich eine Heraufforderung den Crayfish zu knacken, aber das haben wir mit links gemacht, die Platte sah später nur aus wie ein Schlachtfeld…

Egal! Hauptsache es war lecker!!

Zurück im Hostel hat die Faulheit wieder schnell von uns Besitz ergriffen (kein Wunder mit dem vollen Bauch) und wir haben uns ein bisschen ans Meer gelegt. Der Abend verlief  unspektakulär mit Karten spielen und lesen.


19.01.2005 – Kaikoura – Whale Watching

Heute ist (m)ein großer Tag!!! Heute steht WHALE-WATCHING auf dem Programm. Für mich ist das eine sehr große Sache. Zum einen habe ich in meinem Leben noch nie einen Wal gesehen und zum anderen haben diese Tiere für mich eine ganz besondere Bedeutung. So wie für andere z.B. der Tag an dem sie heiraten etwas ganz Besonderes ist, war es für mich dieser Tag.

Um 11.00 Uhr mussten wir erst los, um pünktlich um 12:45 Uhr an dem Gebäude zu sein. Wir hatten keine Ahnung wo dieses war, deshalb haben wir lieber ein bisschen mehr Zeit eingeplant. Um 12.00 Uhr waren wir dann schon dort. Das Gebäude hatte irgendwie Ähnlichkeit mit einem Flughafen. Wir machten uns schon ein bisschen Sorgen… Dann ging es in einen Bus mit 30 anderen Leuten zum Schiff. Es war aber kein normales Schiff, es sah irgendwie anders als. Als wir dann alle an Bord waren, wurden wie gebeten Platz zu nehmen und uns anzuschnallen. Schwangere Frauen, Ältere und empfindliche Menschen sollten sich nach vorne setzen. Kotzbeutel gäbe es in den Taschen vor einem…. Mone und ich sahen uns nur an und verstanden Bahnhof. Da ich ja weiß, dass Mone sehr empfindlich ist und auch im Bus gern vorn sitzt, habe ich sie gefragt ob wir auch nach vorne gehen wollen. Aber nein, sie war ganz tapfer, so schlimm wird es schon nicht, sagte sie… Das Boot war von innen mit Hightech ausgerüstet und erinnerte an ein Flugzeug.

Dann ging es los… Dieses Ding, also das Boot, fuhr nicht durchs das Wasser, es flog darüber hinweg. Das war geiler als jede Achterbahn! Ich habe vergeblich versucht Fotos zu machen. Meine Befürchtungen, dass wir keinen einzigen Wal zu sehen bekommen, verflogen schnell. Es dauerte nicht sehr lange, da erhielten wir die Nachricht, dass der erste Wal vor uns wäre. Das Boot hielt an und wir durften nach draußen. Und da war er… sanft glitt er durch das Wasser und tauchte nach einigen Minuten wieder ab.

Weiter ging es zum nächsten Wal und dieses Mal hatten wir richtiges Glück! Während wir einen weiteren Wal beobachteten, kam plötzlich noch ein zweiter dazu. Er kam mit dem Kopf voraus nach oben geschossen (sie können wohl unglaublich hohe Geschwindigkeiten erreichen), flog in die Luft und ließ sich dann wieder seitlich ins Wasser fallen. Es schien ihm Spaß zu machen, denn kurz danach tat er es noch ein zweites Mal und dieses Mal öffnete er dabei sein Maul. Das sind Momente in denen man vergisst zu atmen… Nach ca. 10 Minuten tauchte er wieder ab und es ging dann zu noch einem Wal. Alles in allem absolut gigantisch und dieser Ausflug war jeden Dollar wert (das waren einige Dollars…)!!

Eigentlich rechnete ich damit, dass es nun wieder zurückgehen würde, aber weit gefehlt. Nun ging es auf die Suche nach Delphinen und es dauerte gar nicht lange und wir haben die ersten gefunden. Sie waren schwarz-weiß. Sie schwammen um das Boot herum und vollführten kleine Kunststücke. Es war ersichtlich, dass es ihnen Spaß machte uns zu beeindrucken. Auch das war wieder unglaublich…

Doch damit auch noch nicht genug, nun machte sich unser Kapitän auf den Weg, um noch eine andere Rasse von Delphinen zu suchen und er fand sie! Die Dusty-Delphine sind klein und grau. Erst sah man nur 2 von ihnen und mit einem Schlag wimmelte es von ihnen. Kurz danach sollten wir auch sehen warum… Ein Hai hatte sich zwischen die Delphine geschlichen und attackierte sie, er war wohl hinter den Jungtieren her. Doch die Delphine drehten den Spieß um, sie griffen den Hai an. Es war ein gigantisches Schauspiel, das Wasser brodelte und schien lebendig zu sein. Der Hai schaffte es zu fliehen und es war zum Glück nichts weiter passiert.

Ich war einfach hin und weg nach diesen Erlebnissen, hatte ein Dauergrinsen im Gesicht und sprach den restlichen Tag nicht mehr sehr viel.


20.01.2005 – Kaikoura – Picton – Wellington

Heute heißt es ade Südinsel… Nun geht es zurück über Picton mit der Fähre nach Wellington. Wir haben eigentlich den ganzen Tag nichts anderes gemacht als zu reisen… am Bahnhof fanden wir keinen Bus, also mussten wir dem Taxi fahren.

Mone und ich sind an einem Punkt, wo wir uns gegenseitig ein bisschen auf die Nerven gehen. Kleine Zwistigkeiten nehmen langsam überhand und egal was man tut, es wird falsch interpretiert. Aber ich glaube das ist ganz normal, wenn man so lange aufeinander hockt und letztendlich ist es erstaunlich das es so lange ohne Reibereien gut ging. Für mich ist es manchmal ein bisschen aufreibend, dass ich immer die Verantwortung für alles tragen muss und alles organisieren muss. Und obwohl ich dieses Land abgöttisch liebe, freue ich mich so langsam auch wieder auf meine eigenen vier Wände.

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