Neuseeland

2004 – Auckland – Waiheke Island

Wie angekündigt hier nun der 1. Teil meiner Neuseeland-Reise im Jahr 2004/ 2005 mit meiner Freundin Mone. Die weiteren Teile füge ich die Tage dazu.

Einleitung

Vom 27.12.2004 bis zum 26.01.2005 bereisten meine Freundin Mone und ich Neuseeland. Als zwei alleinerziehende Mütter erfüllten wir uns hiermit einen Traum und es kostete im Vorfeld einiges an Nerven, um alles zu organisieren und die Kinder unterzubringen. Dieses Vorhaben stieß natürlich nicht nur auf positive Resonanz….

Trotz aller Widrigkeiten schaffen wir es und landeten am 28.12.2004 in Auckland. Wir waren mit dem Rucksack unterwegs, bewegten uns mit dem Magic-Bus vorwärts und übernachteten in YHA-Hostels.

Wir konnten damals auswählen zwischen kleinen Routen in Nord oder Süd, einer großen und einer richtig großen Route. Weil wir nur eine begrenzte Zeit dort hatten und keinen Stress wollten, entschieden wir uns für die große Route (siehe links).

Es war mehr als ausreichend und wir haben unheimlich viel gesehen in der kurzen Zeit. Wir hatten keinen Stress mit dem Linksverkehr und konnten auch im Bus schlafen, wenn die Nacht zuvor lang war. Es war perfekt und ich würde es sofort wieder machen.

22.12.2004 – Noch zu Hause

 

Heute in 4 Tagen sitzen Mone und ich im Flugzeug und ich kann es irgendwie noch gar nicht fassen! Es ist schon alles bereit gelegt, brauche also nur noch zu packen und wie immer habe ich das ungute Gefühl, etwas zu vergessen. Es fällt mir wahnsinnig schwer die zwei Menschen zurück zu lassen, die mir wichtig sind. Ein bisschen Angst habe ich auch, mein Englisch ist grauenhaft und ich stelle mir die unterschiedlichsten Szenen vor, in denen ich mich mit Händen und Füßen verständigen muss.
Naja, es wird schon schief gehen…


27.12.2004 – Frankfurt – Seoul – Auckland – 28.12.2004

Wir sind endlich am Ziel unserer Träume angelangt, ziemlich müde und kaputt. Wir können gar nicht richtig fassen, dass wir am anderen Ende der Welt sind…

Der Flug war der reinste Horror. Die erste Etappe dauerte 10 Stunden und 30 Minuten, umsteigen in Seoul, und dann noch einmal weitere 11 Stunden Flug. Die erste Zeitverschiebung war so heftig, dass mein Körper nicht hinterher kam und als mir bewusst wurde, dass ich in 3 Stunden wieder aufstehen „darf“, war auch schon alles zu spät. Immerhin habe ich es geschafft in der ersten Nacht 1 Stunde zu schlafen!

In Seoul, der Hauptstadt von Südkorea, war es sehr langweilig, da wir aus dem Abflugterminal nicht heraus durften. Somit mussten wir die 7 Stunden irgendwie totschlagen. Mone hat geschlafen und ich habe über unsere Taschen gewacht.
Um 19.30 Uhr ging es dann endlich weiter, wieder in die Nacht hinein. Wir mussten uns zwingen vor dem Essen nicht einzuschlafen, aber danach gab es kein Halten mehr. Die Nacht war wieder kurz und unruhig, aber wenigstens haben wir ein bisschen Schlaf gefunden.
Pünktlich auf die Minute sind wir in Auckland gelandet. Es empfing uns strahlender Sonnenschein und sehr angenehme Temperaturen! Völlig ahnungslos machten wir uns auf die Suche nach einem Shuttel-Bus und durch lauter weibliche Durchtriebenheit, fanden wir auch tatsächlich jemanden der uns umsonst zum Hostel fuhr! Und siehe da, es war sogar das richtige Hostel.
Trotz mangelnder Englischkenntnisse bekamen wir ein Zimmer, wobei sich aber jede Frage und Nachfrage als äußerst schwierig erwies. Eines muss man aber sagen, von der ersten Minute an fiel uns auf, dass die Neuseeländer entspannte, freundliche Menschen sind, wie man sie in Deutschland kaum findet!
Rumgammeln ist ja nicht so unsere Sache, also beschlossen wir nach dem Frischmachen das größte Aquarium der Welt aufzusuchen:
Kelly Tarlton’s SEA LIFE Aquarium! Aber auch hier bereiteten uns die fehlenden Sprachkenntnisse Schwierigkeiten, denn wir landeten schließlich im Zoo, der sich 1 km vor dem Aquarium befindet (was wir aber zu diesem Zeitpunkt noch nicht wussten). ABER wir haben Urlaub, also: take it easy! Wir haben uns den Zoo angesehen und es war auch dort sehr nett.
Danach ging es wieder zurück, noch kurz in ein Internet-Café und dann haben wir noch 1 Stunden dazu benötigt unsere Telefonkarte zum Laufen zu bringen. Kaum im Bett, fielen wir in einen tiefen, friedlichen Schlaf (wir waren zum Glück allein auf dem 4-Bett-Zimmer).


29.12.2004 – Auckland – Waiheke Island

Um 7.00 Uhr wurde ich sanft und liebevoll von Mone geweckt! Katzenwäsche und Rucksack packen stand auf dem Programm, denn schon sehr früh wollten wir aufbrechen um auf die wunderschöne Waiheke Island zu fahren. Aucklands jewel in the gulf!
Nach meinen Unterlagen (!!) hätten wir zum Anleger an der Half Moon Bay gemusst, also machten wir uns auf den Weg zur Bushaltestelle. Das hört sich erstmal einfach an, wenn da nicht… ja wenn da nicht… dieser steile Berg gewesen wäre (Mount Everest ist dagegen ein Dreck). Oben angekommen mussten wir aber leider feststellen, dass wir umsonst die Mühen auf uns genommen haben. Der Busfahrer, den wir um Hilfe fragten und der seine Tour eigentlich gerade beendet hatte, bat uns einzusteigen und er fuhr uns um 4 Häuserecken, um uns freudestrahlend anzusehen und auf den Steg zu zeigen, an dem schon die Fähre nach Waiheke Island wartete. Nun, diese 4 Ecken hätten wir vom Hostel aus bequem laufen können… aber gut!
Wir also die Beine in die Hand genommen – wir mussten ja auch noch tickets kaufen – und ab in die Fähre, die dann auch sogleich ablegte. Nach einer 35 minütigen, stürmischen Überfahrt hatten wir dann unser nächstes Ziel erreicht.
Kaum hatten wir die Fähre verlassen, stand dort auch schon der richtige (!) Bus. Man kann also behaupten, dass alles perfekt lief. Leider war uns das Glück nicht lange hold (oder sollte ich besser sagen unser Unvermögen war schneller als der Bus), denn wir sind 2 Bushaltestellen zu früh ausgestiegen. Der nächste Anstieg wartete auf uns. Schnell kamen wir zu dem Entschluss, dass wir wahrscheinlich auch im falschen Flugzeug gesessen hatten und im Himalaya gelandet sind!

Doch eine Neuseeländerin belehrte uns eines Besseren. Sie hielt mit ihrem Auto neben uns an und fragte wohin wir denn wollten. Mone und ich wechselten nur einen kurzen Blick. Sie hatte völlig von alleine angehalten und zeigte an uns fremden Frauen Interesse, ohne einen Vorteil daraus zu ziehen. In Deutschland undenkbar. Die Frau öffnete die Tür und nahm uns in ihrem Auto mit.
Um 9.00 Uhr standen wir dann vor dem Hostel, das um Welten schlechter war, als das in Auckland, aber dafür ist die Landschaft auf dieser Insel einzigartig schön!
Der Hostelbesitzer hat uns mit zum Einkaufen genommen und auch wieder zurück. Ein weiterer Lichtblick. So langsam merken wir, dass diese Freundlichkeit kein Zufall ist. Wir haben uns mit so vielen Lebensmitteln eingedeckt, als würde morgen der 3. Weltkrieg ausbrechen! Zum Glück ist das Hostel fast leer, so dass wir den Kühlschrank für uns alleine haben.

Danach ging es zum Strand und auf Muscheljagd. Ich sags ja immer, die Dunkeldeutschen sind die geborenen Sammler!! Eigentlich wollten wir danach noch spazieren gehen, aber das Wetter (und Mone) hat uns einen Strich durch die Rechnung gemacht. Es regnet! Und laut Hostelbesitzer wird es auch noch die nächsten 2 Tage regnen. Irgendwie sah das in unserer Phantasie anders aus…. Unsere Urlaubslaune lassen wir uns dadurch aber nicht verderben. Schade nur, dass wir nun nicht die Seele am Strand baumeln lassen können. Den Nachmittag und Abend haben wir somit im Hostel verbracht mit dem Lesen der Gebrauchsanleitung für die Kamera und Tagebuch schreiben.


30.12.2004 – Waiheke Island

Oh god, what a night!! Ich habe vielleicht eine Stunde wirklich tief und fest geschlafen, den Rest der Nacht habe ich mich nur von einer Seite auf die andere gedreht. Nach dem Aufstehen sah ich aus wie ein Frosch, so groß waren die Augenringe.

Wie nicht anders zu erwarten, hingen am Himmel dunkle graue Wolken. Nach einem schönen Frühstück, beschlossen wir wandern zu gehen. Also packten wir unsere Sachen und gingen zur Bushaltestelle, die wir über 400 Treppen Richtung Strand erreichten. Es lief alles reibungslos und dauerte auch nicht lange bis wir dann unseren Wanderweg gefunden hatten. Ab da an ging es durch eine träumerische Landschaft, mit Hügeln und Stränden. Das Wetter hielt sich weiterhin und es regnete nicht. Schließlich kamen wir in eine wunderschöne Bucht. Durch den starken Wind spritzte die Gischt mindestens 3 Meter an den Felsen hoch. Ich liebe Steine, Felsen und Wasser. Also war es für mich ganz klar: ich musste ganz bis nach vorne auf den Steinen, dieses Erlebnis wollte ich mir nicht entgehen lassen und ein schönes Foto schießen. Gerade als ich mich Stein um Stein weiter nach vorne arbeitete, begann es wie aus Eimern zu regnen. Ich war leider gezwungen wieder umzukehren und als ich Mone erreichte, war ich schon bis auf die Unterwäsche nass! Dann ging es im Eiltempo den Berg hinauf und Mone schimpfte ohne Unterlass wie ein Rohrspatz!

Als wir unter einem Christmas Tree Schutz gefunden hatten, wurde sie richtig bockig: „Ich gehe keinen Schritt weiter! Du kannst ruhig, aber ICH nicht!“ Ich konnte nicht anders und fing an zu lachen und konnte gar nicht mehr aufhören, weil die Situation einfach zu komisch war. Das Wasser tropfte von ihrem Gesicht und sie war puterrot (ein Bild für die Götter!).

Als es endlich etwas aufgehört hatte zu regnen, bewegte sie sich wieder und es ging weiter. Völlig durchnässt erreichten wir dann endlich einen kleinen Ort!  Dann ging es wieder mit dem Bus ins Hostel und es hieß erstmal heiß duschen.

Frisch gewärmt und gestärkt ging es dann wieder mit dem Bus zum Einkaufen in einen kleinen Ort, in dem ich mir einen (wunderschönen) Strohhut kaufte. Mone kaufte sich 2 Tassen, einen Ring und noch Postkarten. Unsere erste Tat als Touri! Der Abschluss war dann ein schöner Spaziergang mit einem Cappuccino!

Endlich wieder im Hostel, war relaxen angesagt mit einer Flasche Weißwein. Danny – der andere Gast im Hostel, ein Australier – ließ uns dann keine Ruhe mehr und wir haben den Wein schließlich zu dritt geleert. Es war ein sehr lustiger Abend und um 23.30 Uhr ging es erst ins Bett.


31.12.2004 – Waiheke Island

Kaum berührten die ersten Sonnenstrahlen Waiheke Island, war ich auch schon wach! Mone tat mir ein bisschen leid, weil ich vor Tatendrang kaum zu bremsen war! Und an diesem Tag hatte es einen besonderen Grund: DIE SONNE SCHIEN!! Nach einem weiteren ausgiebigen Frühstück ging es auch gleich in die Sonne, zuerst nur vor dem Hostel und dann ein wenig später sind wir zum Strand runter. Der Wind war noch ein bisschen frisch, aber das haben wir gekonnt ignoriert! Mannshohe Wellen wurden an den Strand gespült. So muss Urlaub sein!

Abends sollte im ortsansässigen Café eine Party steigen, aber wir haben uns noch nicht entschieden, ob wir tatsächlich hingehen sollen. Danny – unser Australier – wollte diesen Plan aber in die Tat umsetzen.

Nach ausgiebigem Baden sind wir dann noch etwas spazieren gegangen, immer den Berg rauf… Mone lief rot an und schnaufte schwer. Auf dem Kamm angekommen, konnten wir eine atemberaubende Aussicht genießen. Aus der Idee bis zur „Spitze“ vorzulaufen wurde leider nichts, weil überall Häuser standen.

Mone hatte einen kleinen Zusammenstoß mit der Badezimmertür! Wenn es schlecht läuft, darf sie bald mit einem Veilchen herumlaufen…

Auf die Party sind wir letztendlich nicht gegangen, weil es hieß, dass es keine Karten mehr geben würde. Somit haben wir uns einen gemütlichen Spieleabend im Hostel gemacht. Um 24.00 Uhr kam Danny plötzlich von der Party zurück, weil diese wie er sich ausdrückte „totlangweilig“ war. Uns fand er wohl nicht totlangweilig, denn er fühlte sich bei uns so wohl, dass er da blieb und unseren Wein trank. Wir hatten Spaß und um 2 Uhr sind wir dann ins Bett gegangen, denn am nächsten Tag hieß es wieder um 7.00 Uhr aufstehen!


 

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