Gedanken

Blogparade – 21 Dinge, die du noch nicht über mich weißt

Birgit Schultz hat zu einer Blogparade aufgerufen und man sollte mindestens 10 geheime Fakten über sich selbst berichten. Eigentlich bin ich ein extrem introvertierter Mensch und dieser Blog war für mich schon eine große Überwindung, aber diese Blogparade stellt mich vor ganz neue Herausforderungen. Genau deshalb nehme ich auch daran teil. Es ist spannend sich über das eigene Selbst Gedanken zu  machen. Das machen wir eigentlich viel zu wenig oder? Wir denken an die doofe Kollegin, die nervige Nachbarin oder den Autofahrer vor einem, der sein Auto gleich schieben könnte… Aber wer sind wir, was macht uns aus?

Birgit Schultz verbindet damit Personal Branding und Positionierung.

Der Begriff Personal Branding kommt aus dem Englischen und bedeutet sinngemäß die Person betreffende Markierung bzw. dieKennzeichnung einer Person als Marke oder etwas gekürzt die Markierung von Menschen.Eingängiger klingt jedoch der Ausdruck Markenbildung beim Menschen.

Wikipedia

Also was macht mich als Person aus. Wer bin ich, wie stelle ich mich nach außen dar und böse ausgedrückt wie verkaufe ich mich nach außen.

Nein, für mich ist es eher eine Positionierung, auch eine Rückbesinnung. Am wichtigsten ist aber tatsächlich das ich mir die Zeit nehme, über mich nachzudenken. Das ich mir wieder bewusst werde, wer ich bin. Und aus diesem Grund finde ich es sehr spannend, noch spannender, dass ich jetzt gerade gar nicht weiß was ich alles aufschreiben werde.

So, dann mal los…

Ich bin unheimlich schüchtern

Wenn ich jemandem sage, dass ich schüchtern bin, glaub es mir niemand, aber es ist wirklich so! Ich zeige es nicht und versuche es zu überspielen, gerade weil ich beruflich viel mit Menschenzu tun habe, aber ich hatte schon immer ein Problem auf Menschen zu zugehen. Ich bin kein Mensch mit dem man schnell ins Gespräch kommt, der gerne Smalltalk redet. Mit mir „warm“ zu werden ist echte Arbeit.

Telefonieren hasse ich, egal ob beruflich oder privat

Vielleicht hat dieser Punkt auch mit meiner Schüchternheit zu tun. Mir ist es lieber Menschen zu schreiben und schriftlich zu kommunizieren. Das kann ich, reden dagegen nicht! Wenn ich aufgeregt bin, rede ich totalen Blödsinn, dass ich manchmal in Grund und Boden versinken möchte.

Ich stand schon einmal vor über 200 Leute auf der Bühne

Und nun wird es wirklich schräg, weil ich es total liebe auf der Bühne zu stehen. Ich kann mir dieses Paradoxon nur so erklären, dass ich auf der Bühne einen großen Abstand zu den Menschen habe und mit niemandem direkt sprechen muss. Klar am Anfang habe ich auch Lampenfieber, aber das ist ziemlich schnell weg und dann kommt das Adrenalin…

Adrenalin war früher mein Lebenselixier

Das war eine schöne Überleitung zum Adrenalin. Alles Extreme habe ich früher geliebt, je doller, desto besser. Mit 20 Jahren habe ich meinen Motorradführerschein gemacht und niemand machte mir mit dem Motorrad etwas vor. Ich liebte es auf der Rennstrecke unterwegs zu sein. Als mein Sohn dann auf der Welt war, musste ich damit aufhören, weil mir die Verantwortung zu groß war.

Früher hatte ich immer den Wunsch ein Mann zu sein

Das ist gar nicht so abwegig, wie es vielleicht klingt. Männer haben vieles einfacher. Sie müssen keine Kinder bekommen, sie haben keine Auszeit aus dem Beruf, sie haben beruflich auch ganz andere Möglichkeiten. Niemand wundert sich, wenn sie keine Hausmänner sind (sprich es darf unordentlich, dreckig  sein). Man traut Männern eher etwas zu als Frauen. Männer sind körperlich stärker, bei ihnen ist es normal, wenn sie keine Gefühle zeigen. Früher – als ich jung war – durften Frauen noch nicht zur Bundeswehr, außer im Sanitätsbereich, und ich wollte so gern zum Bund. Männer haben keine lästigen Brüste (ja sorry, ich fand und finde Brüste einfach total überflüssig, gerade beim Sport sind sie einfach nur lästig). Ich könnte diese Liste noch weiter fortführen.

Das heißt aber nun nicht, dass ich nicht auch gerne Frau bin. Natürlich hat auch das Vorteile, die ich zu schätzen weiß.

Ursprünglich wollte ich Mikrobiologie studieren

Ich war immer schon fasziniert von Biologie und als ich dann durch meinen Ausbildungsberuf mehr Eindrucke in die Tiefe der Biologie bekam, war für mich klar, dass ich das machen möchte. Ich kaufte mir sogar ein riesiges Lehrbuch und habe es verschlungen wie andere einen Roman lesen. Ich begann auf dem 3. Bildungsweg mein Abitur nachzumachen, merkte aber sehr schnell, dass diese Schule sehr anspruchsvoll war und ich mein Abi bestenfalls mit 3,0 bestehen könnte (nicht weil ich so doof war, sondern weil das Hansa-Kolleg unheimlich schwer war, weiß gar nicht wie ich überhaupt die Aufnahmeprüfung geschafft habe…). Das wiederum hätte einige Wartesemester bedeutet und die Verdienstmöglichkeiten waren damals sehr bescheiden. Die Vernunft ließ mich dann davon Abstand nehmen und mein Leben nahm einen anderen Weg. Leider, denn es dauerte dann sehr lange bis ich meine berufliche Berufung fand.

Ich habe zwei Ausbildungsberufe, die mit meinem heutigen Beruf gar nichts zu tun haben

Wie oben schon erwähnt brachte mich mein erster Ausbildungsberuf auf die Mikrobiologie. Ich lernte Arzthelferin, was ich eigentlich sehr spannend fand und mir auch Spaß machte, aber ich kam nie mit Ärzten klar, was natürlich ein Problem war. 😉
Dieser Umstand ist lustig, wenn man bedenkt, dass ich heute sehr viel mit Ärzten zusammen arbeite, aber wahrscheinlich auf einer anderen Basis und so funktioniert es.

Aus diesem Grund orientierte ich mich mit 21 Jahren noch einmal komplett neu und machte eine Ausbildung als Fahrlehrerin. Das war ein wirklich toller Job. Man hatte immer mit jungen Menschen zu tun, konnte sich seine Arbeitszeit komplett selbst einteilen, arbeite autark und hatte immer ein neues Auto. Ich mochte den Job sehr und wahrscheinlich wäre ich immer noch Fahrlehrerin, wenn nicht mein Sohn auf die Welt gekommen wäre.

Autofahren ist mein natürliches Schlafmittel

Ja, das war als Fahrlehrerin bei Nachtfahrten immer ein Problem. Sobald es draußen dämmrig wurde und ich im Auto saß, musste ich gegen die Müdigkeit ankämpfen. Das eintönige Geräusch, das angenehme Schaukeln des Wagens, leise Musik… perfekt! 

Mit 6 Jahren habe ich schon die BRAVO gelesen und Dr. Sommer war ein Buch mit 7 Siegeln

Als ich das gerade aufschrieb, hab ich überlegt woher ich bloß diese BRAVO erhalten habe. Ehrlich, keine Ahnung. Ich hatte auf jeden Fall einen ganzen Stapel im Schrank. Ich kann mir nicht vorstellen, dass meine Mutter sie mir gekauft hat. Und Dr. Sommer war sehr spannend, weil ich nur in Bruchteilen verstanden habe, um was es ging. Gibt es die BRAVO eigentlich noch?

Meinen ersten Computer hatte ich mit 13 Jahren, einen Commodore 64

1984… Meine Mutter hatte einen neuen Freund und der hatte einen der ersten Computer. Aus irgendeinem Grund brauchte er den 64er nicht mehr (sicherlich gab es schon ein neues Modell) und er wollte sich bestimmt bei mir einschleimen, also bekam ich mit 13 Jahren meinen ersten PC.

Ich war begeistert und habe mir ein Kartenspiel programmiert, nach Vorlage, und es hat tatsächlich funktioniert. Somit war ich schon sehr früh PC-infiziert.

Meine größte Leidenschaft war immer schon das Reisen, fremde Kulturen, Länder

Bestimmte Dinge sind uns in die Wiege gelegt oder? So muss es sein, denn ich kann mich nicht erinnern woher sonst dieses Fernweh kommt. Vielleicht hat es etwas mit meiner Neugier zu tun, Neues zu entdecken, neue Sinneseindrücke zu erhalten, die Vielfalt der Natur genießen, die Schönheit der Welt aufzunehmen.

Früher habe ich Ölwechsel und andere Reparaturen selbst gemacht

Tja nicht schlimm genug, dass ich mal ein Mann sein wollte, ich hab mich teilweise auch wie einer benommen. Dies lag aber an meiner Fahrlehrerausbildung, bei der ein Fachgebiet die Technik ist. Ich durfte also von Grund auf lernen wie ein Motor funktioniert. Aber ich fand es auch spannend und es hat mir Spaß gemacht. Auch an meinem Motorrad habe ich vieles selbst gemacht, unter Anleitung meines damaligen Freundes, dem Vater meines Sohnes. Es ist schade, dass die Motoren heute immer mehr von Elektronik gesteuert werden, denn so wird einem fast jede Möglichkeit genommen, noch selbst Hand anzulegen.

Mit 11 Jahren war ich in meinen Lehrer verliebt

Falls das nun alte Schulkolleginnen lesen, werden sie auflachen. Jaja… Ich muss es gestehen, ich war in Herrn Preston verliebt. Er war auch ein toller Lehrer, jung, witzig, intelligent, ein Bild von einem Mann. 😉 Dann kam er noch aus England, was ihn noch interessanter machte und er war ledig. Ich glaube, dass es da einige Mädchen in meiner Klasse gab, die ihm verfallen waren!

Mit 13 Jahren war ich das erste Mal betrunken

Es war schrecklich! Ich habe mich mit Whiskey betrunken und meine Cousine war schuld. Durch sie war ich immer mit Älteren unterwegs, ich war 13 und alle anderen waren 19 Jahre alt. Eines Abends hatte ich sturmfrei und da passierte es. Seit diesem Tag rühre ich keinen Whiskey mehr an, kann ihn noch nicht mal mehr riechen.

Der wichtigste Moment in meinem Leben war die Geburt meines Sohnes

Wenn es ein beeindruckendes Erlebnis in meinem Leben gab, dann war es die Geburt meines Sohnes. Ok, das ist bestimmt kein Detail, was man nicht wusste oder hätte ahnen können. Für mich ist es aber so wichtig, dass es hier in dieser Liste nicht fehlen darf. Seine Geburt hat mein ganzes Leben verändert und auch mich selbst.

Die schlimmsten Tage meines Lebens

Die schlimmsten Tage meines Lebens hatte ich in Indien, genauer gesagt in Darjelling. Von dieser Gegend habe ich leider wenig gesehen, weil ich mit 40°C Fieber im Bett lag. Ich war total im Delirium und Antibiotika rettete mir das Leben. Das war nicht schön… seit diesen Tagen weiß ich wie es sich anfühlt, wenn man krank und hilflos ist.

Die schönsten Tage meines Lebens

Die schönsten Tage habe ich in Neuseeland verbracht. Dieses Land hat mich so sehr berührt und bewegt, dass ich es kaum in Worte fassen kann. Es war, als würde ich nach Hause zurückkehren. Also wenn es so etwas wie Reinkarnation gibt, dann hatte ich mein vorheriges Leben in Neuseeland.

Seit ich ein Kind bin, hasse ich Strumpfhosen

Es gibt absolut nichts Schlimmeres wie Strumpfhosen… oh doch, vielleicht Großmütter die Strumpfhosen STRICKEN und die Enkelkinder zwingen diese anzuziehen. Ich bin da wirklich sehr traumatisiert.

Ich liebe klassische Musik

Schon als Jugendliche habe ich meinem Opa immer die klassischen Schalplatten geklaut. Diese Leidenschafthat sich über die Jahre gehalten. 

Alles was ich tue, möchte ich 100%ig machen

Ich bin ein Perfektionist und leide darunter. Egal was ich tue, es muss immer perfekt sein. Wohnung putzen, meine Arbeit, eine Fortbildung, ein Hobby ausführen. Seit einiger Zeit versuche ich mich zu Unvollkommenheit zu zwingen. Ich putze die Wohnung nur teilweise, versuche die Arbeit lockerer zu sehen, treibe mich z.B. beim Englisch lernen nicht zu Höchstleistungen an. Und das tut mir gut. Die innere Anspannung hat nachgelassen und ich bin mir selbst gegenüber viel toleranter geworden.

Ich habe eine lange Leitung

Tja, es ist ärztlich bestätigt worden… ich habe eine lange Leitung. Meine Nervenbahnen sind leider nicht die schnellsten, was dazu führt, dass ich länger als andere Menschen brauche, um spontan zu reagieren. Irgendwelche Reaktionsspiele, in denen es um Schnelligkeit geht, brauche ich gar nicht zu spielen…

In meinem Körper sind bereits Ersatzteile verbaut…

An mir geht das Alter nicht spurlos vorüber… 😉 Vor einigen Jahren bekam ich ganz plötzlich auf beiden Augen grauen Star. Es ging so schnell, dass ich auf dem einen Auge schon fast bild war, als ich endlich zur OP kam. Tja und nun bin ich Besitzer von künstlichen Linsen. Das ist cool… wenn das Licht in einem bestimmten Winkel einfällt, schimmern meine Augen!


So, das war nun meine Liste. Vielleicht würden mir noch mehr Dinge einfallen, aber das waren spontan meine Einfälle. Es hat Spaß gemacht!! Wenn du Lust hast, mache doch auch mit.

Titelbild: TheVirtualDenise

2 Comments

  • Birgit Schultz

    Hallo Evelyn,

    ich freue mich sehr, dass Du Dich überwinden konntest, bei meiner Blogparade mitzumachen – für uns Introvertierte ist das ja wirklich nicht so leicht! Vielen Dank für Deine Teilnahme!

    Deine Fakten 1, 2, 3 und 5 haben wir übrigens gemeinsam. Auch bei Deinen Fakten am Ende des Artikels tun sich wieder Gemeinsamkeiten auf. So hasste (und hasse) ich ebenfalls Strumpfhosen, liebe klassische Musik und möchte alles Perfekt machen.

    Herzliche Grüße
    Birgit

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