Rezepte / DIY

Brotaufstriche selbst gemacht

DIY-Brotaufstriche (herb & süß)

Da ich im letzten Beitrag vom Brotbacken erzählt habe, möchte ich gerne in dieser Richtung weiter machen und euch heute zwei DIY-Brotaufstrich vorstellen!

Käse, Veggi-Wurst… all das wird uns in Plastik geliefert, also lag es nah diese Baustelle ebenfalls anzugehen. Beim Käse kann ich natürlich an die Frischtheke gehen und mir dort meinen Käse in mein Wachspapier (siehe Bild links) einwickeln lassen, aber ich bin selten beim REWE  und Co. einkaufen, weshalb das nicht so nahe liegt. Außerdem wollte ich meinen Käsekonsum einschränken.

Gurke, Tomate, Paprika und Co. war mein erster Gedanke als Ersatz. Ich könnte doch einfach Gemüse auf meinem / mit meinem Brot essen. Generell keine schlechte Idee und ich werde das auch tun, aber sind wir mal ehrlich, auf Dauer doch sehr öde! Und dann – durch vieles Lesen – stieß ich auf selbstgemachte Brotaufstriche. Ich war immer schon ein Fan von Hummus in allen Variationen. Also nahm ich mir vor meinen Brotaufstrich in Zukunft selbst zu erstellen, somit fällt kein Abfall mehr an, außer vielleicht Gläser und die verwerte ich weiter.

Natürlich gibt es auf dem Markt genügend Bio-Aufstriche im Glas, zu finden z.B. bei DM. Aber die Preise haben es auch in sich, mit wenig Inhalt und bei den meisten Aufstrichen findet man auch Zucker bei den Inhaltsstoffen, sowie ein Konservierungsmittel. Die Inhaltsstoffe kann ich beim DIY-Aufstrich selbst bestimmen, es wird günstiger und meiner Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Kichererbsen mit Rote Bete (super gesund, siehe Bild rechts), Aubergine, Paprika, Brennnessel oder Kürbis oder vielleicht mal mit getrockneten Tomaten oder oder oder… Mit den Gewürze kann ich auch experimentieren und mit einem Glas Kichererbsen 350 g bekomme ich 2 Gläser voller Aufstrich, der locker für eine Woche reicht und sich auch so lange im Kühlschrank hält. Und ich weiß das klingt jetzt affig, aber wenn man etwas selbst macht schmeeeeeckt es soooo gut!!

Wie auch schon zuvor bei dem DIY-Nutella konnte ich nicht aufhören zu essen, weil es so lecker war. Sollte ich also so weitermachen, werde ich dick und fett!


Hintergrundwissen

Aber natürlich schmeckt die Kichererbse nicht nur gut, nein, sie ist auch noch äußerst gesund. Die Kichererbse gehört genau wie Erbsen oder Linsen zur Familie der Schmetterlingsblütler. Und hier die Vorteile auf einen Blick:

  • 100 g gekochte Kichererbsen besitzen rund 130 Kilokalorien: 15 g komplexe Kohlenhydrate, 7 g Eiweiß und nur 3 g Fett
  • fast 7 g Ballaststoffe bringen unsere Verdauung in Schwung und halten lange satt
  • zudem halten Kichererbsen durch ihren hohen Saponingehalt den Blutzuckerspiegel niedrig und haben einen positiven Einfluss auf das Herzkreislaufsystem
  • Besonders interessant ist außerdem der hohe Eisen- und Kalziumgehalt von Kichererbsen: Sie enthalten 6 mg Eisen pro 100 g und 124 mg Kalzium – das ist ungefähr ebenso viel Kalzium, wie auch in Milch enthalten ist
  • In Kichererbsen findet man ebenfalls die Vitamine A, B, C und E, die beiden essentiellen Aminosäuren Lysin und Threonin, die der Körper zum Aufbau von Proteinen benötigt, sowie Zink und Magnesium
  • Auch Folsäure ist in Kichererbsen enthalten: Eine halbe Dose gekochter Kichererbsen deckt den täglichen Folsäurebedarf um 50%
  • Ebenfalls enthalten sind sekundäre Pflanzenstoffe, wie z.B. die Isoflavone, denen eine entzündungshemmende Wirkung nachgesagt wird

Wer bitte schön will da noch Käse essen? 😉

Es gibt sie ein Dosen fertig gekocht zu kaufen oder aber getrocknet und dann müssen sie mindestens 12 Stunden eingeweicht werden, damit das Gift Phasin entweicht (Wasser unbedingt danach entsorgen). Im Anschluss werden sie noch 2 Stunden gekocht. Für mich lohnt es sich nicht für 220 g die Kichererbsen selbst einzuweichen und zu kochen, da der Energieaufwand in keinem Verhältnis steht, also kaufe mich mir die fertigen Bio-Kichererbsen im Glas bei DM (1,15 €).


Hummus Grundrezept

Aber nun mal zu den Zutaten:

  • 1 Glas Kichererbsen (350 g mit Flüssigkeit, 220 g ohne Flüssigkeit)
  • 1 – 2 EL Tahin (oder eingeweichten Sesam mit mixen)
  • 1 – 2 Knoblauchzehen
  • Saft von 1 – 2 Zitronen
  • Salz, Pfeffer, Kreuzkümmel, Curry, Chili
  • 1 – 2 EL Öl (Sonnenblumenöl, Leinöl, Olivenöl)

Das alleine schmeckt schon sehr lecker, aber nun gibt es noch unzählige Varianten:

  • 1 Knolle Rote Beete, Kreuzkümmel, Koriander, Knoblauch oder
  • 250 g Kürbis gekocht, Knoblauch, Koriander oder
  • 1 Handvoll Bärlauch mit Kreuzkümmel oder
  • Saft & Schale einer 1/2 unbehandelten Zitrone, frischem Koriander, Knoblauch oder
  • getrocknete Tomaten kleingeschnitten mit italienischen Kräutern oder
  • 5 – 15 Oliven je nach Geschmack, Frühlingszwiebel, Knoblauch, bisschen Zitrone, Koriander, Kurkuma (der Hammer, mein absoluter Liebling!!!)

Zubereitung:

Alles kleingeschnitten in eine Schüssel geben, mit dem Mixer pürieren bis eine cremige Konsistenz entsteht und ab damit ins Glas. Es hält sich im Kühlschrank ca. 3 – 4 Tage.


Das ist die herbe Variante eines Brotaufstrichs und für diejenigen, die es auch gerne mal süß mögen, hier das Rezept für einen Nutella-Aufstrich (lohnt die Mühe!!).

DIY-Nutella

Zutaten:

  • 200 g Bio-Haselnüsse
  • 3 – 4 EL Bio-Kokosöl
  • 3 EL Bio-Kakaopulver (je hochprozentiger, desto besser)
  • 1/2 TL Bio-Bourbon-Vanillepulver
  • 4 EL Agavendicksaft
  • 1 Prise Salz

Auch hier sind wieder Variationen möglich, z.B. Mandeln anstatt von Haselnüssen oder Sonnenblumenöl anstatt von Kokosöl, Zimt für die Vanille usw. Einfach mal experimentieren! Bei mir war die Konsistenz z.B. etwas bröckelig, weshalb ich noch mehr Kokosöl hinzugefügt habe. Wahrscheinlich liegt es daran, dass mein Mixer die Haselnüsse nicht so fein mahlt. Aber der Geschmack leidet nicht darunter!

Zubereitung:

  • Backofen auf 170 °C Ober- und Unterhitze vorheizen
  • Haselnüsse auf einem Blech ausbreiten und für ca. 10 Min. in den Ofen schieben (Nüssen dürfen nicht dunkel werden, vorher rausholen)
  • Nüsse abkühlen lassen
  • jeweils immer eine Handvoll Nüsse zwischen den Händen reiben, bis sich die braunen Häutchen lösen (bleibt noch etwas dran, ist das nicht schlimm)
  • mahle nun die Nüsse in einem Mixer sehr fein, im Idealfall entsteht eine cremige Paste
  • füge nun die restlichen Zutaten hinzu und mische alles sehr gut durch
  • fülle die fertige Masse in ein Glas ab

Im Kühlschrank hält sich das DIY-Nutella 1-2 Monate und vor dem Verzehr möglichst einige Zeit vorher aus dem Kühlschrank holen, dann kann sich der Geschmack besser entfalten.


Tja, somit ist mein Frühstück gerettet und all diese Leckereien ganz ohne Plastikmüll. Wobei ich hier ein kleines Veto einlegen muss, nicht ganz. Die Haselnüsse habe ich leider nur in einer Plastikverpackung bekommen, aber wer selbst einen Haselnussbaum im Garten hat oder jemanden kennt, der… usw. ;-), der könnte ganz ohne Plastik auskommen. Und geschmacklich sind die Aufstriche mit keinem gekauften zu vergleichen! Man verplempert so viel wertvolle Zeit vor dem Fernseher, da kann man sich doch auch mal kurz in die Küche stellen und etwas Wunderbares zaubern, z.B. während man wartet, dass das selbstgebackene Brot fertig wird…!

Ach und wer auch beim süßen Aufstrich auf Kichererbsen nicht verzichten will: Hummus kannst du auch mit süßen Zutaten versetzen und somit z.B. einen Schoko-Hummus-Aufstrich zaubern. Da dieser sogar mit weniger Öl auskommt, dürfte er um einiges gesünder sein.

 

Titelbild stammt von Einladung_zum_Essen.
Das Kichererbsen-Bild von PDPics.

 
 


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