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Fazit Körperpflege: Mein Leben als AntiPlastikProBioMinimalist nach 9 Monaten

Seit ich mein Leben bzw. meinen Lebenswandel vollkommen umgestellt habe, sind bereits 9 Monate vergangen. In der Zwischenzeit haben sich einige Dinge als sinnvoll erwiesen, andere eher nicht. Mit diesem Beitrag möchte ich dir einen kleinen Überblick geben, falls du auch daran interessiert bist das eine oder andere in deinem Leben zu ändern, aber noch unsicher bist, wie sich das mittelfristig auswirkt.

Da der Beitrag zu lang werden würde, muss ich ihn in drei Bereiche aufgeteilt:

Fazit KörperpflegeFazit HaushaltsartikelFazit Essen & Getränke

Duschen

Zum Beitrag Hygiene

Voller Schrecken musste ich vor fast einem Jahr entdecken, dass in meinem geliebten Duschgel einer bekannten Marke Mikroplastik verwendet wird. Also war dies das Erste, was ich geändert habe.


Ich machte mich auf die Suche nach einer sehr natürlichen Seife, die auch sanft zur Haut ist und wurde fündig. Seit nunmehr einem Jahr benutze ich Bio Kokos Seife, die ich in einer Großpackung kaufte und von der ich immer noch welche auf Vorrat habe. Die Versandkosten sind also in diesem Fall fast CO² neutral. Ich habe aber auch eine sehr gute kleine Seifenmanufaktur gefunden, die auch Körperseifen herstellt. Hier kann man sogar ein kleines Unternehmen unterstützen und zu guter Letzt hat auch mein Hofladen um die Ecke Seifen im Angebot, auf die ich wohl zurückgreifen werde, wenn meine leer ist.

Fazit: Nach einer kurzen Umgewöhnungsphase von ca. 2 Monaten, komme ich mit der Seife sehr gut zurecht. Sie ist – gefühlt – sogar sanfter zu meiner Haut, da sie diese nicht so stark austrocknet. Wenn ich nach einem Nachteil suche, dann fällt mir eigentlich nur der ein, dass sie mir ab und zu aus der Hand rutscht und dann (da meine Dusche offen ist) quer durchs Bad fliegt und wieder eingesammelt werden muss. Es gibt aber auch Seifensäckchen, um dieses Problem in den Griff zu bekommen.  Ein weiterer Vorteil von Seifensäckchen ist, dass man die Seife bis zum letzten kleinen Rest benutzen kann.

Haarpflege

Zum Beitrag (UN)Shampooniert

Die Haarpflege war bei mir ein größeres Problem, weil meine Haare noch gefärbt und durch Silikone vorbelastet waren. Anfangs versuchte ich es mit einer Haarseife und kam damit überhaupt nicht zurecht. Mein Wasser ist sehr kalkhaltig und dass Kalk flockte durch die Seife aus. Auch Spülungen mit Essigwasser halfen nur wenig. Siehe hierzu auch der Beitrag (UN)Shampooniert.

Dann las ich durch Zufall einen Artikel, in dem eine Frau festes Shampoo benutzt aus einer kleinen Seifenmanufaktur, ohne Silikone, synthetische Konservierungsstoffe oder Erdölprodukte. Obwohl mit der Preis sehr teuer erschien, vor allem bezahlte ich für die Liefergebühren genauso viel wie für das Shampoo, bestellte ich eine Probe und blieb dabei!

Die Haarspülung (saure Rinse) habe ich schon kurz angesprochen, eine ausführliche Anleitung dazu findet man in oben verlinkten Artikel!

Ich möchte auch hier noch kurz die Haarkuren ansprechen. Im Handel bekommt man unglaublich viele „tolle“ Haarkuren angeboten, die meisten mit Silikonen. Man kann sich genauso gut aus wenigen Zutaten eine tolle Haarkur selbst machen, die zudem auch noch billiger ist. Auch hier muss man ein bisschen experimentieren, was einem gut tut. Man kann dafür benutzen: Avocados, Eier, Honig, Öle (Olivenöl, Kokosöl), Quark, Joghurt usw. 

Und zu guter Letzt noch die Haarfärbung. Ich habe sofort aufgehört meine Haare zu färben, als ich keine „künstlichen“ Pflegeprodukte mehr benutzte und merkte wie kaputt meine Haare sind. Durch die vielen Silikone in den Produkten habe ich immer geglaubt meine Haare wären ok… Für mich kam in diesem Moment nur eins in Frage: Meine gefärbten Haare mussten ab! Somit verpasste ich mir einen Radikalschnitt, alles kam bis auf 2 cm ab. Das war eine ganz schöne Umstellung, aber so wurde ich alle kaputten Haare mit einem Mal los!

Fazit: Das waren für meine Haare und mich sehr aufregende 9 Monate! Von lang und blond wurde aus ihnen kurz und grau. Sehr radikal und mit Sicherheit nicht für jeden die beste Lösung!
Aller Anfang ist schwer und das traf auch auf meine Haare zu. Mit Haarseife und gefärbten Haaren kam ich gar nicht zurecht. Der Umstieg auf festes Shampoo brachte sofort Erleichterung, aber machte meine kaputten Haare auch nicht gesund. Selbst Haarkuren und Spülungen halfen nichts. Nach dem radikalen Kurzhaarschnitt ist die Welt wieder in Ordnung. Meine Haare sind gesund, kräftig und ich benötige keine zusätzlichen Haarspülungen oder Haarkuren mehr.
Ich hatte immer schon eine sehr trockene Kopfhaut, das habe ich mit dem festen Shampoo auch noch, allerdings ist es um einiges besser geworden. Man darf also keine Wunder erwarten, wenn man umsteigt. Eines ist allerdings klar, wenn man natürliche Produkte verwendet, dankt es einem das Haar und die Kopfhaut! Ein Umstieg lohnt sich also nicht nur für die Umwelt, sondern auch für die Haare und auch der hohe Preis des festen Shampoo rechnet sich, denn ich kommt damit ein Jahr lang aus (wasche meine Haare 2-3 x die Woche).
Wenn man von herkömmlichen Shampoons und Pflegemitteln auf natürliche Haarpflege umsteigt, muss man unbedingt 2-3 Monate rechnen, bis sich die Haare umstellen. Also nicht verzweifeln und durchhalten!!
Und ein Tipp von mir, wenn man schon seine Haare färben muss/ will, sollte man unbedingt Henna-Farben benutzen.

Haarstyling

Zum Beitrag Haarstyling

Bleiben wir gleich bei den Haaren und kommen noch zum Haarstyling. Mit langen Haaren benötigte ich kein besonderes Styling, aber das änderte sich schlagartig, als meine Haare nur noch 2 cm lang waren! Ich brauchte unbedingt ein Haargel oder –wachs, um sie morgens in Form zu bringen. Also ging im Netz auf die Suche und fand wonach ich suchte, ein Haargel aus Leinsamen (das genaue Rezept findet man in dem verlinkten Beitrag). Ebenso fand ich ein Rezept für Haarwachs, welches ich natürlich auch ausprobierte und ich stellte Haarspray aus Honig und Zucker her.

Wenn ich heute daran denke was in den Produkten im Handel für Zusatzstoffe sind und was diese Produkte kosten, vom Plastik mal ganz abgesehen, muss ich lachen. Für ein paar Cent stelle ich mir jetzt ein Haargel her, das komplett natürlich und biologisch abbaubar ist und noch bessere Eigenschaften mitbringt.

Fazit: Mein Leinsamen-Haargel ist der absolute Hammer und ich kann es nur jedem empfehlen! Ich nehme für die Herstellung 10 g Leinsamen und ein bisschen Honig, die dann ca. 1 Woche halten. Die Herstellung dauert ein paar Minuten (Rezept siehe Link oben). Ich habe es in einen Seifenspender gefüllt und konnte so ganz bequem die Menge entnehmen, die ich brauchte. Anfangs ist es noch nass in den Haaren, trocknet aber schnell ab und wird dann hart. Man hat damit den typischen Wet-Look. Am Abend lässt es sich ganz einfach ausbürsten und man muss nicht sofort wieder die Haare waschen. Erst nach zwei oder drei Tagen können leichte Schuppen beim Ausbürsten auftreten. Man stylt damit nicht nur die Haare, man pflegt sie auch noch!
Mit dem Haarwachs war ich nicht so zufrieden (Rezept siehe Link oben), weil es meine Haare überfettete und ich musste sie jeden Abend waschen. Allerdings fand ich dafür ein anderes Einsatzgebiet, ich benutze es bis heute als Handcreme! Durch das Bienenwachs hat es eine sehr angenehme Wirkung auf der Haut, es zieht schnell ein und seit ich es benutze habe ich keine kaputte Nagelhaut mehr. Meine Hände sind wunderbar geschmeidig. Und mit dem Haarspray war ich überhaupt gar nicht zufrieden. Egal wieviel Zucker oder Honig ich in das Wasser tat, es hielt einfach nicht und die Haare hatten danach so eine unangenehme Konsistenz, dass ich sie wieder waschen musste. Davon bin ich nun leider ganz ab und wenn ich Haarspray brauche, was selten vorkommt, benutze ich leider weiterhin herkömmliches aus dem Laden.

Körperpflege

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So, dann noch etwas zur allgemeinen Körperpflege mit natürlichen und selbst hergestellten Produkten. Wenn man sich natürlich pflegen möchte, dann möchte man in keinem Bereich Abstriche hinnehmen und das muss man auch nicht. Wenn ich in den 9 Monaten eines gelernt habe, dann das es für alles einen sehr guten Ersatz gibt. Manchmal muss man nur ein paar Sachen ausprobieren, bis man für sich selbst den perfekten Ersatz gefunden hat.

Ich brauchte Ersatz für mein Deo. Zu Beginn machte ich es mir sehr einfach und benutze einfach gar nichts mehr und siehe da, ich hatte keinen Schweißgeruch ohne Deo! Da stellte sich mir natürlich die Frage, warum ich überhaupt Deo nahm?! Meiner Meinung nach sollte man viel mehr in Frage stellen was man tut… Nun ja, es war Winter und somit auch kein Wunder, dass ich nicht schwitzte. Das änderte sich natürlich im Frühling/ Sommer. Irgendwo hatte ich mal gelesen, dass Kokosöl gegen die Schweißbildung helfen soll, also nahm ich mein Kokosöl und mischte es mit einem angenehmen natürlichen Duft (Lemongras Bio, bei DM erhältlich, Weiteres unter oben angegebenen Link). Nun hatte ich also ein sehr angenehm duftendes Deo.

Als Bodylotion benutze ich ebenfalls Kokosöl, auch hier mit ein bisschen Duft, aber es ginge auch ohne, weil Kokosöl einen angenehmen Duft verströmt. Es gibt aber im Netz noch viele andere Ideen, die man ausprobieren könnte. 

Dann fällt mir zum Thema Körperpflege noch Make-up ein und hier habe ich keine wirkliche Lösung, außer es einfach ganz weg zu lassen. Es gibt natürlich Marken wie alverde (DM) und noch viele andere, die Produkte ohne Mineralöl und ohne Tierversuche herstellen, aber all das ist natürlich ein mieser Kompromiss.

Fazit: Also mit meinem Kokosöl-Deo bin ich super zufrieden. Es riecht nicht nur angenehm frisch, es hält außerdem sehr gut durch, auch wenn es mal wärmer wird. Allerdings mildert es die Schweißbildung nur ab, es verhindert sie nicht. Ich schwitze generell nicht sehr viel und bin deshalb ein schlechtes Beispiel. Es gibt im Netz aber auch andere Alternativen, die besser wirken.
Mit meiner Kokosöl-Bodylotion war ich anfangs gar nicht zufrieden, denn nach ein paar Stunden fingen meine Klamotten an ranzig zu riechen. Das war sehr unangenehm. Ich suchte im Netz nach Lösungen und es stellte sich heraus, dass es wohl auch etwas mit meinem natürlichen Waschmittel zu tun hatte und irgendwie kam ich auf die Idee doch mal anderes, noch hochwertigeres (hatte bisher „nur“ Bio-Kokosöl) Öl zu kaufen. Gesagt, getan. Ich kaufte mir Rapunzel-Kokosöl und versuchte es damit. Und siehe da, alles war gut. Seitdem habe ich nie mehr Probleme damit. Allerdings bin ich auf lange Zeit nicht so sehr damit zufrieden. Die Haut kann das reine Kokosöl ohne Feuchtigkeit nicht so gut aufnehmen und ich habe an einigen Stellen sehr trockene Haut. Bisher kam ich noch nicht dazu mir gute Alternativen zu suchen. Zurzeit benutze ich eine Bodylotion aus meinem Hofladen, komplett aus natürlichen Inhaltsstoffen mit dem Namen benecos natural care. Das ist eine Marke, die ich empfehlen kann!

Zahnpflege

Zum Beitrag DIY-Zahncreme

So und dann kommen wir noch zur Zahnpflege! Das Rezept für meine Zahncreme habe ich auf der linken Seite verlinkt. Zahncremes, die man im Laden kaufen kann, sind allesamt ziemlich umstritten. Man weiß nicht so genau wem man was glauben kann und wem nicht. Die einen halten Fluorid für ein schlimmes Übel, andere wieder nicht. Dann wird in einigen Zahncremes Mikroplastik benutzt und wie schädlich das ist, brauch ich wohl keinem zu sagen.

Stutzig wurde ich aber erst richtig als ich in einem Artikel über Campen las, dass man Zahncreme auf keinen Fall in der Natur benutzen bzw. ausspucken soll. Wie geht das denn? Für die Natur ist es giftig und ich darf mir damit die Zähne putzen? Das fand ich irgendwie komisch, also suchte ich mir ein Rezept für meine eigene Zahncreme und fand sie!! Die Inhaltsstoffe sind allesamt natürlich.

Fazit: Gerade bei den Zähnen bin ich ja schon sehr vorsichtig und hatte Angst was es langfristig für Auswirkungen hat. Es fiel mir sehr schwer nicht euphorisch zu werden, weil ich von Anfang an sehr begeistert war! Gleich zu Beginn spürte ich, wie mein „Zahngefühl“ ein anderes war. Meine Zähne waren wie poliert und ich hatte nie mehr ein pelziges Gefühl auf den Zähnen. Nach einigen Wochen bemerkte ich, dass sich die Farbe meiner Zähne verändert hatte, sie waren wesentlich heller wie vorher. Und heute nach 9 Monaten kann ich ganz zu Recht euphorisch behaupten, dass die Umstellung auf meine DIY-Zahncreme das Beste war, was ich getan habe! Ich habe keine Probleme mehr mit schmerzenden Zahnhälsen, die Zähne sind wesentlich heller wie vorher und sehen aus als wäre ich gestern bei der Zahnreinigung gewesen. Kein Zahnstein, kein Belag, kein Karies, super festes, gesundes Zahnfleisch!! Für nichts auf der Welt würde ich wieder handsübliche Zahncreme kaufen. Meine DIY-Zahncreme ist super günstig, ist einfach herzustellen, sehr ergiebig und hält sehr lange.

Toilettenbesuch

Zum Beitrag Hygiene

Und zum Schluss möchte ich noch ein empfindliches Thema ansprechen und das ist der Toilettenbesuch, bzw. das Toilettenpapier, das – primitiv gesagt – ein bisschen für den Arsch ist… im wahrsten Sinne. Nach einer Grafik des Portals Statista verbraucht ein Deutscher 134 Rollen Toilettenpapier pro Jahr. Insgesamt sterben 270.000 Bäume täglich für Hygienepapiere, das muss man sich mal vorstellen.

Also war es kein Wunder, dass ich mir sagte: Das muss ich ändern! Ich möchte zukünftig nicht so gedankenlos Toilettenpapier benutzen (mehr zum Thema Hygiene auch im verlinkten Beitrag). Also musste eine Lösung her und die war sehr naheliegend: Wasser. Ich kannte es bereits aus Indien, dort benutzt die Bevölkerung auch nur Wasser!

Ich kaufte mir im Baumarkt eine Handdusche, eine Verlängerung sowie ein T-Stück für den Duschanschluss und montierte alles. Mein Badezimmer ist zum Glück sehr klein, so dass es kein Problem war. Nun habe ich die Handdusche immer in Griffweitreiche, die Seife ist auch gleich nebendran auf dem Waschbecken. Und ein Handtuch dient zum Abtrocknen.

Fazit: Mein Toilettenpapierverbrauch ist dadurch um 75% zurückgegangen. Ich benutze das Wasser wann immer es geht. Meine Variante ist wesentlich hygienischer als das Toilettenpapier, denn auch feuchtes Toilettenpapier kann eine Dusche nicht ersetzen und günstiger ist es ebenfalls. Ein Erfolg auf der ganzen Linie. Ich habe mich so sehr an meine Dusche gewöhnt, dass sie mir fehlt, wenn ich im Urlaub bin oder anderweitig eine Toilette aufsuchen muss.
Ob meine Variante auch für 3 oder 4 köpfige Familien geeignet ist, wage ich zu bezweifeln, denn das würde bedeuten, dass jeder ein eigenes Handtuch benötigt. Aber für Singles oder auch Paare kann ich es nur empfehlen.
Es ist eigentlich sehr schade, dass es kaum noch Bidets gibt. In asiatischen Ländern findet man schon sehr oft Toiletten mit integrierten Duschen, das ist auch eine feine Sache.

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Titelbild stammt von couleur.

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