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Glück! Glück?!

 

Glück. Die größte Illusion unserer Zeit?

Glück ist für mich ein Reizwort. Irgendwie mag ich es nicht, hauptsächlich wohl weil es für viele Menschen der Grund für eine Menge Unglück ist. Es ist schon in unsere Gesellschaft eingebettet, dass man glücklich sein muss. Schon als Kind lernt man schnell, dass man nur glücklich ein gutes Leben führt und auch wie das geht: mit Erfolg, einer Familie, einem Menschen, den man liebt, Kinder, finanzielle Sicherheit, Haus, Auto, ach und vieles mehr.

In einer Facebook-Gruppe gab es auch mal einen Beitrag in dem es ums Glück ging und ich wurde ziemlich provokativ und hab drunter geschrieben, dass Glück die größte Illusion unserer Zeit ist.

Warum? Ganz einfach, weil wir Glück immer im Außen suchen. Wir verbinden Glück mit bestimmten Umständen, die eintreten müssen. Und Glück ist auch für jeden Menschen anders definiert. Es gab eine Umfrage, hier einige Antworten:
Glück ist gesund zu sein
Glück ist wenn die Menschen, die man liebt, gesund sind
Glück ist neben einem Menschen, den man liebt, aufzuwachen
Glück ist ein Kind zu haben
Glück ist einen Job zu finden
Glück ist in Urlaub zu fahren
Glück ist den Freund zu küssen
Glück wäre die verstorbene Tochter wiederzusehen
Glück ist die Ausbildung zu schaffen

Diese Liste könnte man ewig weiter führen. Glück ist also sehr subjektiv und diese Arten von Glück, die sich die Menschen wünschen, sind außerdem sehr flüchtig. Gesundheit kann sich ändern; der Mensch, der neben mir liegt, kann sich ändern; auch ein Kind kann plötzlich kein Glück mehr schenken; einen Job kann man verlieren…


Jeder strebt danach und manch einer scheitert daran: dem Glücklich-Sein

Doch nun schreibe ich so viel über Glück, aber was ist das überhaupt? Ja, ein Gefühl, aber wie funktioniert das mit dem Glück?

Auf meiner Lieblingsseite www.scinexx.de gab es vor kurzer Zeit als Thema der Woche einen Artikel über Glück.  Und zwar ging es in dem Artikel darüber, was die Wissenschaft über Glück sagt.

Kann man Glück vermessen? Ja, das kann man und zwar in Umfragen und diese Umfragen haben gezeigt, dass oft klar definierte Bedingungen benötigt werden, um das Glücksgefühl von Menschen zu beeinflussen.

Macht Geld glücklich? Janein. Menschen, die sehr wenig Geld haben, sind meist unglücklicher, als Menschen mit mehr Geld. Aber Menschen mit sehr viel Geld sind nicht unbedingt glücklicher als ein „Mittelklasse“-Mensch. Dies zeigt, dass eigentlich nur ein gewisses Grundbedürfnis an Geld erfüllt sein muss, um glücklich zu sein.
Psychologen um Andrew Jebb von der Purdue University in West Lafayette haben kürzlich berechnet, dass das ideale Jahreseinkommen in Sachen langfristiger Lebenszufriedenheit im weltweiten Durchschnitt bei rund 95.000 US-Dollar (das entsprich ungefähr 83.000 €, also 6.900 €/ Monat) pro Person liegt. Uff… naja das muss man erstmal erreichen…

Macht Gesundheit glücklich? Sagen wir mal so, wenn man nicht bei guter Gesundheit ist, sind wir unglücklich, also kann man diese Frage mit Ja beantworten. Des Weiteren sind ein gutes soziales Umfeld, Familie und Freunde ein Indikator für Glück, aber auch anderen Menschen zu helfen, kann glücklich machen.

Und ein sehr entscheidender Faktor ist noch der Neid. Wenn wir das Gefühl haben allen anderen in unserer Umgebung geht es besser als uns, sind wir unglücklich. Optimal ist also ein Umfeld in denen es allen schlechter geht als uns, dann können wir uns so richtig glücklich fühlen (oh je, nun kommt wieder mein Sarkasmus hoch…)

Und dann kommt noch ein Faktor hinzu und zwar die Gene. Man ist sich heute sicher, dass auch die Gene ein Wort mitzureden haben. So sind Deutsche z.B. unglücklicher als Dänen oder Norweger. Dies führt man auf die Gene zurück.

Als wäre das noch nicht alles kompliziert genug, gibt es da auch noch unser Gehirn und das bekannte Dopamin. Unser Glückshormon. Das hat wieder etwas mit dem Belohnungssystem zu tun. Kann man alles im Internet suchen, es ist sehr kompliziert und sprengt meinen Beitrag.

Also Glück ist von vielen Faktoren abhängig, die meisten Faktoren sind äußere Faktoren, wie ich bereits im Eingang erwähnte. Und genau hier liegt für mich die Illusion. Wenn dem wirklich so wäre, dann sind wir nur ein Spielball des Schicksals oder anders gesagt ein Sklave der Umstände.

Nun mal ganz kurz ein kleiner Schwenker, um die Sachen anders zu betrachten. Wer hätte denn einen Vorteil davon, wenn es wirklich so wäre. Und wer bezahlt eigentlich die Forschungen zum Glück? Menschen, die nur das Beste für die Menschen wollen? Hm, wie immer geht es doch ums Geld oder?  Es geht immer ums Geld. Die Marktwirtschaft möchte uns doch so gern glücklich  machen, mit tollen Sachen, die wir kaufen können. Oder die Pharmaindustrie mit tollen Pillen. Wusstet ihr, dass es schon Regierungen gibt, die z.B. ein Recht auf Glück in der Verfassung verankert haben?


Glück ist eine Sache von Morgen

Vor kurzem habe ich ein Video gesehen von dem indischen Yogi, Mystiker und Bestsellerautor Sadhguru, darin ging es auch um Glück. Er hat dazu eine eigene Meinung. Er sagt:

„Glück ist eine Sache von Morgen. Nur wenn dies und das geschieht, werde ich morgen glücklich sein.“

Er meint also, dass man Glück nie wirklich erreichen kann, wenn man es im Außen sucht. Diese Sichtweise finde ich wirklich interessant. Dann wären wir Menschen nur Windhund, die einem Stück Fleisch hinterher laufen, das an einem Seil vor uns befestigt ist. Das würde sich wieder sehr schön in die Strategie der Marktwirtschaft oder von Regierungen einfügen, die uns lenken, in dem sie uns Glück versprechen, wenn wir dies und das tun.

Weiter bringt er ein Beispiel, das mich zum Schmunzeln gebracht hat:

„Wenn ich morgens aufwache und bin am Leben, dann ist das doch Glück? Oder? Täglich sterben auf der Welt ca. 150.000 Menschen und ich lebe noch! Das macht mich doch glücklich? Oder? Die Menschen, die mir wichtig sind, sind auch noch am Leben? Reicht das nicht aus, um glücklich in den Tag zu starten?“

Das erinnert mich an mein Morgenritual, dass ich einfach Danke sage, dass ich diesen Tag erleben darf. Glück, Unglück, alles entsteht in mir, ich beeinflusse es mit meinen Gedanken. Wenn ich unglücklich bin, dann lasse ich es zu, weil ich diesen Gedanken zulasse. Und eigentlich ist oberflächliches Glück nicht erstrebenswert, eher Glückseligkeit, Frieden, Erfüllung oder ein Glücklich-Sein. Es muss tief gehen, es braucht stabile Wurzeln, so dass auch ein äußeres Ereignis keinen Einfluss auf das Innen hat.

Ich brauche doch keine Million auf dem Konto, ein dickes Auto, 50 Paar Schuhe oder eine fünfköpfige Familie um glücklich zu sein! Ich brauche nur mich selbst und einen offenen, bewussten Geist.


Die Quintessenz von Glück

Niemand da draußen in der Welt kann dir ein Glücklich-Sein schenken. Niemand dort draußen ist dafür verantwortlich, dass es dir gut geht. Nein, auch dein Ex-Freund ist nicht dafür verantwortlich, dass es dir so schlecht geht. Du allein bist dafür zuständig. Kein Auto, kein Haus, kein Boot wird dein Glück steigern.

Das Glücklich-Sein ist auch kein Endresultat, sondern ein Begleiter und manchmal kann es sogar von Vorteil sein, wenn es uns schlecht geht. Nur in Phasen des Unglücklich-Sein wachsen wir über uns hinaus und lernen dazu. Ich suche manchmal sogar diese unglücklichen Phasen, bzw. lasse ich mich bewusst auf etwas ein, weil ich weiß, dass es mich in meiner Entwicklung weiter bringt. Dann gehe ich sehr bewusst auf dieses Erlebnis zu und erlebe auch das Unglück als etwas Positives, aus dem ich gestärkt hervorgehe.

Sadhguru hat das in dem Video nett umschrieben:

„3,5 Milliarden Jahre Evolution und wir sind die Krone der Schöpfung, ein intelligentes Wesen. Es wird Zeit, dass wir uns dessen endlich als würdig erweisen und bewusst werden.“

 Da hat er Recht, in uns steckt so viel Potential und wir nutzen es nicht.

Aber das kann sich ändern…

In meinem nächsten Beitrag werde ich über die kritische Masse schreiben. Ein sehr spannendes Thema!


Titelbild: free-photos

Hier noch ein Video von Sadhguru. Die Frage einer Studentin war: Wie man sich Freude und Glück unabhängig von den äußeren Umständen bewahren kann. 

 

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