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Achtsam, nachhaltig, bewusst – Die 3 Wörter zum inneren Frieden

Es ist eigentlich sehr einfach ein erfülltes, zufriedenes Leben zu führen und das ganz unabhängig davon in welcher Lebenssituation man steckt. Man muss nur den drei Wörtern Achtsamkeit, Nachhaltigkeit und Bewusstheit Aufmerksamkeit schenken und sie in das Leben integrieren.

Achtsamkeit:

Achtsamkeit könnte man heutzutage als ein Modewort verstehen. Man verwendet es gern, denn es ist „in“, es ist angesagt achtsam zu sein. Dadurch kann man sich als guten Menschen präsentieren, der auf einer höheren Entwicklungsebene steht.

Doch was bedeutet Achtsamkeit wirklich, was impliziert dieses Wort und was unterscheidet echte Achtsamkeit von der aufgesetzten?

Achtsamkeit bezieht sich immer auf eine besondere Wahrnehmungsebene und zeugt von einem sehr wachen Bewusstseinszustand. Hier und da liest man sogar, dass es zur Verminderung von Leiden eingesetzt wird, was auch stimmt! Achtsamkeit ist eine Form von Gegenwertigkeit, die sich immer auf den gegenwärtigen Moment bezieht, also im Jetzt stattfindet. Achtsamkeit wird niemals werten und verfolgt kein Ziel. Man könnte auch folgende Eigenschaften der Achtsamkeit zuordnen: Neugier, Offenheit, Empathie und Akzeptanz.

Achtsamkeit kann ich mir selbst zukommen lassen oder anderen Menschen, einer Situation, einem Moment, einem Gedanken, einem Tier, einem Wort, einem Geräusch, einem Gefühl und vielem mehr. Achtsamkeit bezieht sich also nicht nur auf andere Menschen, sondern es bezieht sich immer auf das genau das, was gerade in diesem Moment passiert.

Ich wende meine Achtsamkeit auf den Klang der Tasten, die sich unter meinen Fingern bewegen und wie von selbst Buchstaben auf den Monitor zaubern. In den kurzen Pausen höre ich die Vögel vor dem Fenster zwitschern. Und während all das passiert, hebt und senkt sich meine Brust langsam, ich spüre wie das Blut durch meinen Körper fließt und sich ein Lächeln auf meinem Gesicht zeigt, weil ich mir der Lebendigkeit bewusst werde.

So in etwa könnte Achtsamkeit für den Moment aussehen. Es braucht kein großes Ereignis, um sie anzuwenden. Eher ist es andersrum, jeder noch so unscheinbare Moment wird durch Achtsamkeit zum Ereignis. In diesem Moment ist es egal was in einer Minute passiert, in einer Stunde oder einem Tag. Ich akzeptiere den Moment so, wie er zu mir kommt. Auch wenn es ein Moment der Furcht, Angst oder Trauer ist, dann nehme ich ihn an und spüre ihn ohne zu werten oder gar ihn zu verurteilen. Ich habe die tiefe Gewissheit, dass auch dieses Gefühl mich wieder verlassen wird und das es eine Berechtigung hat, auch wenn ich sie in diesem Moment noch nicht verstehe. Ich fokussiere nicht, ich öffne mich für alle Möglichkeiten des Moments. Ich selbst werde zur Präsenz des Augenblicks.

Alleine schon meine vorherigen Zeilen sollten deutlich machen was aufgesetzte Achtsamkeit ist. Sie ist zielgerichtet, ich möchte damit etwas erreichen. Mich selbst besser fühlen oder dem anderen das Gefühl geben, wichtig zu sein. In Gedanken bin ich entweder in der Vergangenheit oder in der Zukunft, aber nicht im wirklichen Jetzt. Die Ereignisse des Momentes werden gewertet. Dies und jenes ist schlecht, es tut mir nicht gut, es soll weg gehen.

Wirkliche Achtsamkeit zu üben ist das einfachste der Welt und doch – für uns – zugleich das schwierigste! Wir haben es verlernt im Augenblick des Moments zu sein, wir kennen das nicht und gerade das macht es uns so schwer die Achtsamkeit zu halten. Doch wir können es wieder trainieren, indem wir uns immer wieder des Momentes bewusst werden.

Anfangs erwähnte ich, dass Achtsamkeit Leiden mindern kann. In dem ich jeden Moment so annehme wie er ist und ihn sein lasse, benenne ich ihn nicht, werte ich ihn nicht. Ich schaue ihn an und ich spüre seine Empfindung. Wenn ich dies tue, verliert das Leiden bereits an Kraft und Raum. Es hat eine Daseinsberechtigung für den Moment, aber es wird wieder vergehen, wie alles vergeht und danach kommt etwas Neues.

Nachhaltigkeit:

Bereits an anderer Stelle im Blog habe ich eine Definition von Nachhaltigkeit aufgeschrieben. Hier geht es mir aber nicht um die Nachhaltigkeit in der Natur (wobei das eine immer das andere nach sich zieht), sondern um Nachhaltigkeit im Sein und Handeln.

Vielleicht kann der Wortstamm ein bisschen nachhelfen das Prinzip zu verstehen. Nachhaltigkeit kommt vom Verb nachhalten, also etwas das längere Zeit andauert und bleibt. Ich gehe also vom flüchtigen Moment der Achtsamkeit einen Schritt weiter und versuche etwas zu schaffen, dass andauert. Es geht um Beständigkeit, die gerade in der heutigen Zeit ein rares Gut ist.

Um welche Ressource geht es hier denn, über die ich spreche?

Eigentlich geht es um Respekt, Achtsamkeit und den gesunden Menschenverstand. Vor einigen Tagen habe ich den Film „Unsere große kleine Farm“ angeschaut. Wenn man diesen Film gesehen hat, bekommt man eine Ahnung von Nachhaltigkeit. In dem Film geht es wieder um ein landwirtschaftliches Thema, allerdings kann man das auch auf alle anderen Bereiche herunterbrechen.

Es geht um eine natürliche Regenerationsfähigkeit aller beteiligten Systeme. Ein kleines Beispiel hierzu:

Auf dieser Farm wurden natürlich keine Pestizide eingesetzt, Insekten und anderes kleines Getier konnte also wunderbar gedeihen, so auch die Schnecken. Es waren unendlich viele Schnecken an den Bäumen die alle Blätter auffraßen und die Pflanzen somit schädigten. Eimerweise haben die Besitzer und die Angestellten auf der Farm die Schnecken abgesammelt. Es waren aber so viele, dass sie damit niemals Erfolg gehabt hätten.

Zur gleichen Zeit gab es auch im Teich Probleme. Durch die heißen trockenen Sommer und die vielen Enten war der Teich völlig überdüngt, es kam zu einer explosionsartigen Vermehrung von Algen. Die Enten mussten dort weg, weil sie das Problem noch verschlimmerten. Aber wohin mit über 100 Enten?

Da kam dem Besitzer die rettende Idee: Enten lieben Schnecken! Also nahm er die Enten und brachte sie auf die Felder. Die Enten leisteten ganze Arbeit und reduzierten die Schnecken so sehr, dass sie für die Ernte keine Gefahr mehr darstellten. Auch der Teich konnte sich mehr und mehr erholen. Es war also eine Win-Win-Situation. Auf diese rettende Idee kam dem Farmer nur über bewusste Beobachtung. Er nahm sich die Zeit die Dinge zu beobachten und zu begutachten, zu schlussfolgern und auszuprobieren.

Genauso war es auch in vielen anderen Bereich. Dieser Film ist wirklich sehr sehenswert und ich kann ihn nur empfehlen.

Und damit kommen wir auch zu Quintessenz: Nachhaltigkeit ist für alle zum Vorteil! Sie schließt brutales oder unüberlegtes Vorgehen aus. Sie geht quasi mit dem Flow.

Anfangs erwähnte ich, dass Nachhaltigkeit auch im Sein eine sehr große Rolle spielt. Hier können wir eine schöne Schleife zu der Entengeschichte herstellen. Eine Situation anzunehmen wie sie ist, kann die einzige Möglichkeit sein ein glückliches, ausgefülltes Leben zu führen. Jede Situation, die uns begegnet, und jeder Schicksalsschlag muss angenommen werden. Wir sehen im Hier und Jetzt vielleicht nicht den Sinn darin, aber es gibt ihn. Wir können vielleicht nur einen Teil der Geschichte erblicken, der Rest bleibt im Dunkeln. Es gehört ein gewisses Urvertrauen dazu, anzunehmen das uns letztendlich nichts wirklich Böses passiert. Auch der Tod gehört zum Großen und Ganzen dazu. Ohne Tod gibt es kein Leben. Es ist nur das Ende eines Abschnittes, auf das ein weiterer folgt.
Und mit Geduld tun sich plötzlich neue Wege auf und man erkennt dann vielleicht den größeren Sinn. Gib dem Leben die Chance eine Lösung zu finden. Diese Lösung wird nicht nur für dich alleine die beste sein, sondern auch für die Menschen um dich herum, die Natur, die Tiere und die Welt als Ganzes.

Gott hat uns nach seinem Vorbild erschaffen. Jeder kennt diese Bibelstelle. Wenn wir sein Abbild sind, wie könnte es etwas geben, dass wir nicht schaffen? Das Einzige was wir tun müssen ist im Fluss des Lebens zu bleiben, achtsam und nachhaltig handeln.

Bewusstheit:

Bewusstheit ist kein gängiges Wort und wird kaum benutzt. Eigentlich kennt man nur Bewusstsein. Doch Bewusstsein bedeutet etwas anderes. Bewusstheit leitet sich auch aus dem Verb „bewusst sein“ ab. Und hier liegt klar der Fokus auf dem „Sein“ im Hier und Jetzt. Es ist der Achtsamkeit sehr ähnlich. Den Unterschied kann ich vielleicht am besten dadurch erklären, dass die Achtsamkeit das Werkzeug ist, um mehr Bewusstheit zu schaffen. In dem ich achtsam bin esse ich z.B. nicht beim Fernsehen und schaffe damit mehr Bewusstheit, mehr Raum zum Sein.

Bewusstheit lässt sich nicht einschränken oder fassen, sie ist immer da, doch nur sehr selten spüren wir sie. Wir erkennen ihre Präsenz nur dann, wenn wir Abstand gewinnen. Abstand zu unseren ständigen Gedanken, den nie enden wollenden Bildern in unserem Kopf. Doch nicht nur Gedanken und Bilder lenken uns ab, viel mehr tun es Gefühle wie Einsamkeit, Wut, Langeweile, Zorn, Unzufriedenheit und so weiter.

Wer in der Meditation geübt ist, kennt die Präsenz von Bewusstheit, von Stille und Raum. Wir können entspannen, wir haben plötzlich mehr Abstand zu den alltäglichen Dingen, die uns eigentlich belasten. Plötzlich finden wir Lösungen, wo zuvor keine waren.

Jeder Moment ist wichtig.

Jeder Moment bietet uns die eine Gelegenheit zur Steigerung unserer Bewusstheit. Auch hier ist das jetzt Sein wichtig. Bewusstheit gibt es nur in der Gegenwart. Unser Geist ist wach und klar, unverfälscht von Emotionen. Bewusstheit musst du nicht erlernen oder dir aneignen, Bewusstheit ist immer da! Sie ist das, was hinter dem „Vorhang“ schlummert. Der Vorhang besteht aus deinen Dogmen, Vorstellungen, moralischen Wertvorstellungen, deiner Erziehung, deinen Umwelteinflüssen, Klischees usw.

In dem Moment, indem du achtsam bist, bist du auch automatisch bewusst. Das eine kann nicht ohne das andere sein. Wenn du beginnst alles Unwichtige abzulegen, kommst du der Bewusstheit immer näher. Ganz plötzlich erkennst du Zusammenhänge, wo zuvor keine waren, du spürst wie unwichtig Vergangenheit und Zukunft werden. Freiheit tritt an die Stelle wo zuvor Ängste waren und du hast das Gefühl, das erste Mal wirklich durchatmen zu können. An diesem Punkt fallen auch Dogmen, Vorstellungen oder Wertvorstellungen ab und du entdeckst das was übrigbleibt:

Du erkennst Dich selbst!

Zum ersten Mal erahnst du, wer du wirklich bist. Du, ohne alles unnötige Gehabe, ohne Rolle, die du spielst. Und für all das musst du nicht jeden Tag stundenlang meditieren oder in ein einsames Kloster gehen, Beziehungen abschwören. All diese Dinge können es vielleicht leichter machen, aber Leichtigkeit ist selten ein Weg, der auch nachhaltig ist. Du kannst dich selbst nur im Hier und Jetzt finden, denn nur dort bist du. Du bist nicht in der Vergangenheit und auch nicht in der Zukunft.

Wenn du dein Leben ändern möchtest, kannst du es nur jetzt tun.

Titelbild: fotorech
Katze: dimhou
Ente: ivabalk
Fluss: hardebeckmedia
Frau: geralt

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