England

Land’s End – Wo Gedanken das Schweigen lernen

Ort: ca. 15 km von Penzance entfernt

Art: geographische Attraktion, der westlichste Punkt des englischen Festlandes

Fakten:

Anfahrt: Man kann die Strecke sehr gut mit dem Fahrrad von Penzance aus fahren oder auch mit dem Bus (A1). Parkplätze sind vor Ort ebenfalls ausreichend vorhanden.

Komoot-Link zur Tour:

Hier ein Rundweg, der allerdings nicht ganz meinem Weg entspricht, jedoch für jemanden interessant sein könnte, der z.B. mit dem Auto nach Land’s End fährt.

(Komoot ist eine App, die du dir hier herunterladen kannst )

 

Bericht:

Es ist Samstag, dass bedeutet alle beliebten Orte meiden, vor allem die Strände, denn sowohl Wochenendurlauber als auch die einheimischen Familien stürmen die Strände bei diesem tollen Wetter. Ich liebe Kinder, aber wenn ich es mir im Urlaub aussuchen kann, hab ich lieber meine Ruhe.

Heute möchte ich Land’s End besuchen, den westlichsten Punkt Englands. Vor lauter Bummelei verpasse ich meinen 10:37 Uhr Bus, was nicht schlimm ist, denn ich habe ja Urlaub. Somit nehme ich einfach den nächsten Bus um 11:37 Uhr.

Bereits die Busfahrt ist ein Abenteuer, denn die Straßen sind so eng, dass immer nur ein Auto bzw. Fahrzeug Platz hat. Es gibt zwar immer wieder Buchten zum Ausweichen, aber gerade in engen Kehren (wovon es hier jede Menge gibt) kommt es immer wieder auf ein Zusammentreffen zwischen Bus und Autos oder Wohnmobilen. Besonders schlimm sind die Touristen, die mit der Situation nicht umgehen können und einfach stehen bleiben und sich nicht mehr rühren.

Heute habe ich gesehen wie sich die Busfahrer untereinander mit Daumen hoch begrüßten. Ich glaube das bedeutet so viel wie „Ach du lebst auch noch? Gratulation!“. Oder wenn sie rufen einander „Good luck!“ zu.

Durch das ewige Anhalten, Ausweichen und langsame Bergauffahren, braucht man mit dem Bus ewig, fast so lang als würde man mit dem Rad fahren. Nach einer Stunde (für 15 km!!!) bin ich endlich lebend in Land’s End angekommen.

Land’s End, Quelle Wikipedia:

Land’s End (kornisch Penn an Wlas), in der Nähe von Penzance, Cornwall gelegen, ist eine Ortschaft und die gleichnamige Landzunge. Die Spitze der Landzunge ist der westlichste Punkt Englands auf der Hauptinsel Großbritanniens. Sie trennt den östlich davon gelegenen Ärmelkanal von der Keltischen See im Westen. Etwa 40 Kilometer südöstlich befindet sich auf der Halbinsel The Lizard der Lizard Point, der südlichste Punkt Großbritanniens. Die etwa 45 Kilometer südwestlich von Land’s End gelegenen Scilly-Inseln sind der westlichste Punkt Englands. Bei klarem Wetter sind sie von der etwa 60 Meter hohen Klippe über dem Atlantik aus zu sehen. Weiterhin ist von hier aus der etwa zwei Kilometer südlich gelegene Longship Leuchtturm (1795, bzw. Nachfolgebau von 1893) sichtbar, der auf einer aus Quarzit und Serpentinit gebildeten Insel steht. In der Nähe liegen Pendeen Lighthouse und nördlich davon Cape Cornwall.

Land’s End ist wegen der geographischen Lage oftmals Ausgangspunkt von Wanderungen (auf dem South West Coast Path), Fahrradtouren, Reisen und Rallyes quer durch Großbritannien, zum Beispiel mit Oldtimern.

Land’s End befindet sich heute in Privatbesitz. Dort befinden sich ein touristisch ausgerichteter Themenpark mit einem Hotel, Läden und unter anderem einigen Schiffen wie dem Fischkutter Confide (PZ-741) und dem RNLI-Seenotrettungskreuzer RNLB James & Catherine Macfarlane, die besichtigt werden können. In direkter Nähe liegt der Flughafen Land’s End.

Vor und in den Klippen befindet sich aufgrund der exponierten Lage ein Schiffsfriedhof. Das Wrack des im Jahre 2003 gestrandeten Frachters RMS Mülheim mit Heimathafen Duisburg liegt wenige hundert Meter nördlich der Spitze, viele weitere gesunkene Schiffe liegen in direkter Nähe unberührt unter der Wasseroberfläche und ziehen Taucher an, wie zum Beispiel das Black Swan Project.

 

Und was soll ich sagen?! Brechend voll!! Nur bei einem hatte ich Recht, es sind kaum Kinder zu sehen. Nach meiner App gibt es hier einen schönen Rundweg, gemütliche 4,7 km. Also zog ich los, leider den Massen hinterher.

Hier gibt es an jeder Ecke unglaublich tolle Ausblicke. Klippen, Steilküste, türkisblaues Wasser, Höhlen und ein 2003 gestrandetes Schiff, die RMS Mühlheim aus Duisburg. Im Wasser soll es wohl noch mehr Schiffswracks geben.

Viel zu schnell war ich – trotz Pause – wieder zurück und überlegte was ich mit der noch verbleibenden Zeit anfangen könnte. Mir fehlten wohl die Schmerzen in den Beinen, denn ich entschied mich dafür den 7 km langen South-West-Path nach Porthcurno zu laufen (laut App ca. 2 Stunden) und dort den Bus für die Heimfahrt zu nehmen.

Diese Entscheidung hat sich mehr als gelohnt. Ich kann nur jedem empfehlen diesen Weg  zu gehen, anstatt dem touristischen Weg nach Norden zu folgen, denn die Aussicht ist wesentlich schöner und es läuft kaum jemand auf dieser Strecke. Die Stille und die Weite des Meeres können den Kopf auf sehr angenehme Weise leeren. Die ewigen Gedanken kommen zur Ruhe und man hat das Gefühl wirklich im Hier und Jetzt zu sein.

Anfangs ging es immer am Wasser entlang und ab der Mitte des Weges führte mich die App querfeldein. Ich folgte diesem Weg nur, weil ich den Bus noch erwischen musste, denn sonst hätte ich auch weiter am Meer gehen können. Dieser Weg war abenteuerlich, ich musste über Zäune klettern, Gebüsche überwinden, doch nach 2 Stunden und genau pünktlich erreichte ich mein Ziel, die Bushaltestelle.

Der Weg hat sich auf jeden Fall gelohnt. Mit dreckigen Füßen (ich trug nur Sandalen) und angenehmer Erschöpfung ließ ich mich in den Bus fallen und genoss die ruhige Busfahrt zurück nach Penzance.

 

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