Italien

Parco Nazionale del Gargano

Bereits sehr früh am Morgen habe ich mich auf den Weg gemacht, um den Campingplatz zu verlassen. Ich wollte nicht warten bis die Tagesgäste kommen und die Straße verstopfen. Die Straße, die „hinaus“ führte, war wieder sehr abenteuerlich. Ich dachte in Neuseeland die steilste Straße der Welt gesehen zu haben, ich bin mir jetzt nicht so sicher, ob es auch die steilste ist. Vielleicht kann Italien das noch toppen. Trotz Schrittgeschwindigkeit hat es mir den Wasserkanister im einen Schrank rausgeworfen und hat mir die Tür grad mit ruiniert. Ganz zu schweigen davon, dass mein Camper fast gegen einen Baum gefahren wäre, weil die Handbremse nicht richtig griff und der Camper rollte, während ich den Wasserkanister aufheben wollte. Egal, alles gut gegangen und nur das zählt! Frau Chaos unterwegs….

Heute bin ich ausnahmsweise Autobahn gefahren, weil ich etwas mehr Wegstrecke zurücklegen wollte und auf der Landstraße das Doppelte an Zeit gebraucht hätte. Also Italiens Autobahnen sind auch interessant, wenn gerade kein Tunnel kommt (von denen gab es auf meiner Strecke viele) dann gab es eine Baustelle. Also eigentlich konnte ich auf der Autobahn im Schnitt auch nur 90 km/h fahren. Immerhin war ich nach 3 ½ Stunden an meinem Ziel angekommen, der Sporn Italiens und nur noch 140 km von Bari entfernt.

Man konnte sehen wie sich die Landschaft veränderte, es wurde karger, plötzlich tauchten am Autobahnrand Oleander auf. Jeder Zentimeter Land wurde landwirtschaftlich genutzt und die meisten Felder wurden bewässert (woher kommt nur all das Wasser?). Riesige Kakteen ragten in den Himmel. Sehr viele der Gebäude stehen leer und sind verfallen. Überhaupt machte die ganze Gegend einen sehr heruntergekommenen Eindruck. Alles hatte bereits geschlossen, vielleicht lag es auch daran das wir schon September haben. Was mir extrem auffiel war die Menge an Müll, die am Straßenrand und auch am Strand zu finden war.

Für die erste Nacht habe ich mir einen Stellplatz herausgesucht, der sehr gut bewertet war. Es war tatsächlich toll, außer mir war kein Camper weit und breit und somit hatte ich den Premiumplatz direkt mit persönlichem Strand. Das rächte sich allerdings am Abend, denn irgendwie war mir dort allein nicht so wohl. Jugendlich hielten an, tranken, waren laut. Autos kamen und fuhren wieder. Straßenhunde lungerten vor meinem Camper herum (meine Hündin ist ja läufig). Alles in allem war es sehr ungut. Irgendwann um 23 Uhr kamen dann noch zwei andere Camper und mir war ein bisschen besser zu Mute.

Am nächsten Morgen musste ich Einkaufen fahren und nutzte dies dazu mir einen anderen Platz zu suchen, denn ich wollte noch eine Nacht bleiben, bevor es weiter nach Bari geht. Ich hatte Glück, ich fand einen sehr schönen Stellplatz, wieder direkt am Meer, mit einem wirklich tollen Strand (siehe Fotos) und es waren noch 5 andere Camper dort. Coco und ich haben uns gleich ins Meer gestürzt und die Welt war wieder in Ordnung. Aber auch hier lag unheimlich viel Müll herum, vor allem von den Fischerbooten. Also dies wäre für mich keine Gegend in der ich Urlaub machen wollte. Jetzt im September ist der Strand menschenleer, aber im Sommer sieht das bestimmt auch anders aus.

Die Nacht war ruhig und morgens früh um 9 Uhr ging es weiter nach Bari.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.