Griechenland

Toroni – Chalkidiki

Auf meinem Weg nach Toroni wollte ich heute 2 Dinge erledigen:

  1. Wasser an einer Kirche holen und
  2. Einkaufen

Eigentlich nichts Großes, so dachte ich. Zuerst stand das Wasser auf dem Programm. In Nikiti gab es eine Kirche, Google Maps sollte mich dorthin geleiten. Es ging von der Hauptstraße links ab, in eine Wohnsiedlung hinein, dann ging es einen Berg hoch, die Straßen wurden enger. Es ging weiter, eine Kurve nach der anderen, immer weiter hoch und die Straßen wurden NOCH enger. An einer Stelle musste ich die Außenspiegel einklappen und es waren an jeder Seite noch 2 cm Platz. Mittlerweile bezweifelte ich, ob ich das Wasser wirklich so dringend brauchte (Man erinnert sich: An jeder Kirche gibt es Wasser!). Mir wurde bewusst, dass diese keine Einbahnstraße war, es konnte also auch jemand entgegenkommen und dann? Und wie zum Teufel sollte ich hier wieder runter kommen, bzw. drehen? Ich fuhrt weiter und es wurde noch enger, nun konnte ich ganz oben auch die Kirche sehen, die letzten Höhenmeter musste man zu Fuß überwinden und keine Möglichkeit den Camper irgendwo abzustellen. Ich hatte gerade eine Stelle passiert, in der von rechts eine Straße kam, also meine Möglichkeit zu wenden!! Die ergriff ich und nichts wie weg. Das war mir eine Lehre Google Maps nur bedingt zu vertrauen.

Also ging es weiter Richtung Lidl (ja, gibt’s hier auch!). Ich fahre auf den Parkplatz und alles leer…. Ein Verdacht beschleicht mich und ein Blick auf das Handy bestätigt ihn, wir haben Sonntag! Verdammt! Dieses Lotterleben hat seine Tücken. Aber hierfür gab es eine Lösung und zwar hat jeder kleinere Ort einen winzigen Einkaufsladen, der auch Sonntag geöffnet hat. So einen fand ich und machte auch die Bekanntschaft eines Mannes, dessen Frau aus Löhnberg kommt. Also 6 km von Weilburg entfernt, wo ich 3 Jahre gewohnt habe. Die Welt ist eben doch klein, so groß sie auch scheinen mag, wenn man im Auto unterwegs ist.

Je weiter ich nun Richtung Süden fuhr, desto wundervoller wurde die Landschaft. Weit und breit nur Pinienwälder, grün und dann eine Kurve und es eröffnete sich der Blick auf das Meer. Einfach atemberaubend! Am Stellplatz angekommen ist es genauso. Ein langer Strand, super sauber und wieder stehen wir genau vorm Wasser. Nur ein paar Fischer und noch ein Mann aus Berlin tummeln sich hier. Ja, so kann man es sich gut gehen lassen!! Also rein ins Meer….

Hier werde ich zwei oder drei Tage bleiben. Ich muss noch den Schrank reparieren, meinen Fahrrad-Vorderreifen checken, weil er Luft verliert und den Fußboden im Camper sauber machen. Und ein bisschen Ruhe tun mir und meinem Hund auch mal gut. Das Gute, hier gibt es keine Straßenhunde, nur 2x am Tag kommt eine Ziegenherde vorbei mit 3 Hirtenhunden. Da sperre ich Coco in den Camper, weil sie immer noch heiß ist.

30.09.2020: Leider sind die Tage heute schon wieder herum und es tut mir wirklich leid, dass ich weiterfahren muss. Mein Wasser ist leer, die Abwassertanks sind voll und der Kühlschrank muss auch wieder aufgefüllt werden. 

Die letzten Tage habe ich die Bekanntschaft des Berliners gemacht, der ebenfalls dort am Strand in seinem Mercedes „hauste“. Es war immer eine nette Abwechslung mal mit ihm zu quatschen. Auch er wird mir fehlen. Trotz kleiner Kletten, die meinen Hund und mich verrückt gemacht haben, fällt der Abschied sehr schwer. Wieder ein schöner Ort, den ich ziehen lassen muss. 

Wie viele solcher tollen Orte darf ich noch kennenlernen? 

Hier geht es zu meinem Standplatz.

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